Diabetes Testberichte

Freestyle Libre im Test

SAM 9002 - Freestyle Libre im Test

Am 12.9. war es soweit. Ich bekam nun auch das FreeStyle Libre von Abbott für 14 Tage an den Arm gelegt. Da ich ja schon mit der Messtechnik des Dexcom G4 und des Medtronic Enlite vertraut war, auch was das Setzen angeht, war die ganze Geschichte mit Einweisung in das Lesegerät und das eigentliche Legen des Sensors in einer Stunde gegessen.

Was ist alles in der Verpackung des Mess- und Lesegerätes?
Also…logischerweise das FreeSytle Libre. dazu ein gelbes Lade- und Synchronisationskabel mit MicroUSB Anschluß, einen AC-Adapter um das Gerät auch an der Steckdose aufzuladen und Anleitungen.

Was ist alles in der Sensorpackung?
Hier ist weit weniger drin. Eine Setzhilfe, der Sensor it-self, ein kleines Alcopad(chen) und eine Setzanleitung
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Details und Vergleich zu andern Sensoren:
Der Flashsensor hat einen Durchmesser von 30 mm und eine Höhe von 5mm. Der Sensorfaden ist 0,1 mm “dick” und ca 4,5mm lang.
Im Vergleich der Dexcom G4 und der Medtronic Enlite:
Dexcom: die Dicke ist kaum messbar. Es müßten ca 0,01 mm sein. Die Gesamtlänge beträgt 16mm, wobei durch den Einführwinkel von 45° nur ca 6 mm in der Haut sich befinden.
Enlite: die Dicke ist auch hier kaum messbar und dürfte sich ebenso im 0,0X mm Bereich bewegen. Die Länge beträgt 8mm.

Zum Anbringen des Flash Glukose Sensors:
Als erstes sucht Ihr euch eine Stelle an eurem Oberarm aus. Diese wird dann liebevoll und gründlich mit dem beigelegtem Alcopad gereinigt und desinfiziert.

Danach öffnet Ihr beide Packungen. Unter der folierten Packung befindet sich der Sensor. Das andere ist die Setzhilfe. Diese muss mit einem erheblichen Kraftaufwand geöffnet werden (wenn man leicht schwitzige Hände hat ^^).
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Die Setzhilfe steckt Ihr nun auf den Sensor. Achtet dabei, das beide Markierungen die man auf der Sensorpackung und der Setzhilfe findet, übereinstimmen.
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SAM_9008Jetzt müsst Ihr nur noch folgendes machen: Die Setzhilfe mit dem gespannten Sensor auf die zuvor gereinigte und desinfizierte Stelle ansetzen und einmal zudrücken. Ich zähle dann noch mal genüsslich bis 5 um dem Pflaster die Zeit zu geben, sich anständig “zu setzen”. Sitzt der Sensor geht Ihr dann einfach nochmal kurz über den wirklich kleinen Rand vom Pflaster, um sicher zu gehen, das er auch wirklich auf der haut klebt und keine Erhebungen oder sonstige “Angriffsflächen” für Wasser o.ä. bietet.

So sieht das dann am Ende aus:
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So…Sensor sitzt, Das FreeStyle Libre ist aufgeladen, dann gehts nun weiter. Um den Sensor zu starten muss folgendes gemacht werden:

– FreeSytle Libre starten und auf “Neuen Sensor starten” drücken
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 Das FSL einfach über den Sensor fahren
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– 60 Minuten warten und dann beginnt kann das Happy scanning beginnen
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Kleiner Nachteil an der Sache ist, das Ihr nach den 60 Minuten keinen Alarm bekommt. Also Timer im Handy stellen. 😉

Persönliche Meinung und Einschätzung:
Das Flash Glukose Monitoring mit dem FreeSytle Libre haben mich in ihrer Einfachheit des Setzens, die Messgenauigkeit bei Vergleichsmessungen mit dem Bayer Contour NextLINK und die Schnelligkeit wie man an den aktuellen Wert, sowie den Verlauf kommt, sind einfach nur Toll. Ich hab beim Tragen des ersten Sensors nur ca 3-4 Mal auf herkömmliche Weise mir in den Finger gestochen. Das kleine, aber feine Unterschied zum CGM ist halt auch die Tatsache, das dieses System ab Werk kalibriert ist und nicht noch zusätzlich per Blutzuckerbestimmung “geeicht” werden muss. Eine Blutzuckermessung muss nur dann vorgenommen werden, wenn der gescannte Wert einen starken Anstieg bzw Abfall anzeigt oder man sich nicht entsprechend des Wertes fühlt. Im Libre befindet sich dafür auch die Möglichkeit Blutzucker und eine Blutketonwertbestimmung zu machen. Dazu braucht man allerdings die Messstreifen des FreeSytle Precision. Leider waren bei mir keine Streifen bei. Hoffe aber, das bis zum Release hier in Deutschland ein paar beigelegt werden.

Was mir am Libre während meiner Testphase nicht gefallen hat sind folgende Dinge:
– Keine Helligkeitseinstellmöglichkeit (nachts knallt einem ne halbe LED-Taschenlampe ins Gesicht)
– Das Display reagiert stellenweise genauso Träge wie das FreeSytle Insulinx
– Grundeinstellung im Tagebuch für Mahlzeiten sind Gramm. Eine Änderung ist nur mit Fachpersonalcode möglich.
– gespritztes Insulin kann nur in 0,5 bzw 1,0 IE eingetragen werden. Für Pumpenträger ist dies null zu gebrauchen, da unsere Bolusabgaben auch anders aussehen.
– Der eingestellte Bolusrechner, nach einrichten via Fachpersonalcode, geht NUR nach einer herkömmlichen Blutzuckermessung.

Das sind zwar nur 5 Punkte, die eine absolute PRO Entscheidung zu diesem System kaum beeinflussen, aber doch nach einer Verbesserung förmlich schreien. Kaufen würde ich es mir trotzdem, auch wenn die Kassen es, nach aktuellem Stand, nicht übernehmen. Daher hoffe ich natürlich auch, das die Kassen das System bald übernehmen und keinen hickhack machen, wie beim CGM derzeit.

Last but not least:
Das Flash Glukose Monitoring ist K-E-I-N CGM, auch wenn beide Systeme den Glukosegehalt im Zwischenzellwasser messen. Auch die Abkürzung “FGM” ist recht ungünstig gewählt, weshalb ich in meinem Bericht lieber nur “Flash” schreibe.

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3 Comments

  • Reply
    Die LibreLink App im Test
    31.07.2016 at 16:59

    […] Differenzen berichtet wurde. Und wem das noch nicht genügt, der sich gerne nochmal meinen ersten Bericht zum Libre sich durchlesen, welcher nun auch schon fast 2 Jahre her […]

  • Leave a Reply

    error: Ah Ah Ah!!! Du hast das Zauberwort nicht gesagt

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