Testberichte

Dexcom G4 Platinum vs. Medtronic Enlite

SAM 5001 - Dexcom G4 Platinum vs. Medtronic Enlite

Am 8.7. war es soweit; Ich bekam den Dexcom G4 Platinum für sage und schreibe 2 Wochen zum Probetragen.
Da ich bereits Erfahrungen mit dem CGM machen durfte und selbst Träger des Enlitesystems aus dem Hause Medtronic bin, wollte ich mit dieser Teststellung mal über den Tellerrand blicken um einen direkten Vergleich zwischen beiden Systemen zu haben.

Jetzt sind die 2 Wochen rum und ich fang mal gleich an.
Fangen wir mal mit dem Sensor itself an. Der Dexcom liegt schrägt unter der Haut in einem ca 45° Winkel. Das ist besonders gut für Leute, die entweder sehr wenig verfügbares Gewebe haben oder auch für Kinder. Gerade am Arm ist dieser Tragekomfort echt gut, stell es mir am Bauch oder hinten in der Nierengegend relativ “blöde” vor.
Der Sensor wird in einer Blisterverpackung mit eingebauter Setzhilfe verpackt ausgeliefert, was natürlich das lästige suchen nach der Setzhilfe, wie man diese von Medtronic kennt. Hier schonmal ein dicker Pluspunkt für den Dexcom.

Aber jetzt kommt gleich der erste Nachteil im direktem Vergleich zum Enlite:
Sobald man eine entsprechende Stelle für den Dex gefunden hat und diesen ansetzt ist ein Umsetzen nicht mehr möglich. Vielleicht weil man die Einführnadel von oben nach unten, statt von unten nach oben haben will. Hier gleicht der Enlite mit dem Serter definitiv aus.
SAM_4025
Das Nadel entfernen und den Transmitter ankoppeln ist bei beiden Systemen, wenn man das alleine macht am Arm, relativ tricky. Da der Transmitter vom Dexcom eingeclipt wird ist hier aus meiner Sicht echt Übung gefordert. Beim Enlite hingegen brauch man nach dem anbringen des Pflasters nur noch die Klebelasche über den Transmitter anbringen und das wars. Beide werden von zwei kleinen Laschen fest an ihrem Platz gehalten.
Wenn der Sensor gewechselt werden muss, ist das entkoppeln vom Enlite mehr als einfach gestrickt:
– Klebelasche vom Transmitter lösen
– die Haltenasen am Sensor zusammendrücken und den Transmitter entfernen
Das wars.

Beim Dexcom muss man etwas anders vorgehen:
– sofern noch vorhanden, setzt man die Sicherheitssperre in die Flügel der Laschen
– einmal kräftig drücken und der Transmitter springt raus
Auch hier brauch man was Übung, aber es klappt.

Die Kalibrierung:
Ich fang mal wieder beim Enlite an. Hier ist eine Erstkalibrierung nach 3 Stunden erforderlich und benötigt nur eine Messung, danach alle 12 Stunden. Der Zeitpunkt kann aber je nach Wunsch auch abgeändert werden. Wenn man zum Beispiel um 2 Uhr nachts eine machen müßte, brauch man nicht extra aufzustehen, sondern kann vorm schlafen gehen diese vorziehen. Ab dem Zeitpunkt werden wieder 12 Stunden draufgerechnet. Das gleiche geht beim Dexcom aber auch.
Hier trennen sich aber die Gemeinsamkeiten. Beim Dexcom muss bei der Erstkalibrierung gleich zwei Werte eingegeben werden im Handgerät. Während meiner 2 Wochen Testphase hatte sich das Gerät nur bei der Erstkalibrierung zu Wort gemeldet. Sonst nach 12 Stunden kein muchs, was ich sehr schade fand. Ob es aber an der Einstellung im Gerät selbst lag oder es von Haus aus so ist, kann ich leider nicht sagen. Es wäre wünschenswert, wenn ein Kalibrierungsalarm als Pflichtalarm einprogrammiert wird.

Im punkto Tragekonfort sind beide Systeme kaum spürbar. Ich bin allerdings in der ersten Woche, wo ich den Dexcom während des diesjährigen CampD 3 mal so heftig hängen geblieben, das ich dachte, ich hab mir den gerade rausgerissen.

Jetzt mal zum Packungsinhalt:
Beim Dexcom gibts folgendes:

  • Empfänger
    SAM_5001
  • Empfängertasche
  • Bedienungsanleitung
  • USB Kabel zum aufladen und Auswerten am Windows-PC
  • Ladeadapter
  • Adapterstecker
  • Kurzanleitung
  • Software-CD
  • Transmitter
    SAM_5002

SAM_5014 SAM_5013

Beim Enlite ist das ein wenig weniger:

  • Transmitter
    Enlitetransmitter
  • Serter
  • Ladestation
  • Teststecker um die Funktionalität des Transmitters zu Überprüfen
  • Handbuch

Da der Enlite abhängig von der Paradigm Veo® (Modellnummer 554 bzw 754) oder auch dem Guardian® REAL-Time ist, fällt dieser Punkt an den Dexcom.
Das Empfangsgerät kann man beispielsweise beim Autofahren schön in die Mittelkonsole legen und bei Bedarf kurz draufgucken, was für Träger der Veo® natürlich nicht so leicht ist und viel Fummelarbeit bedeutet.

Die Software:

Der Knackpunkt und meiner Meinung nach einer der wichtigsten Punkte neben der Messgenauigkeit eines CGMs. Denn was bringt mir ein fast perfektes System, wenn die Auslesesoftware, egal ob fest auf dem PC installiert oder eine reine Webversion, nicht überzeugt und man mit den Daten kaum was anfangen kann.
Medtronic arbeitet hier mit einer auf Javabasierende Webversion und zur Zeit benötigt man zum Auslesen noch den CareLink®. Mit einigen Tipps und kniffe, ist es möglich, alles auch auf der Seite unter der aktuellen Mac OSX Version 10.9 zu machen. Zur Not behilft man sich einer Virtuellen Windowsmaschine um die Pumpe oder den Guardian auszulesen.
Beim Dex bekommt man eine Software-CD dabei welche, leider, Windows only ist. Nach der Installation kann man das Empfanggerät per mitgeliefertem USB Datenkabel anschließen und die Daten werden in die Software übertragen. Will man sich dann die Berichte für einen gewissen Zeitraum ausdrucken kommt man aber schon ins grübeln. Will ich wissen, wie mein Wert zum Beispiel Samstags um 3:30 Uhr war, wird diesen Wert vergeblich suchen. Hier werden nur stündliche Durchschnittswerte ausgegeben. Zusätzlich kommt hier noch der niedrigste und höchste Wert, sowie wie viele Kontrollwerte gemacht wurden.

Das Empfangsgerät vom Dex zeigt auch nur den zuletzt genommenen Kontrollwert an. Man weiß als nicht, gerade bei einem sehr schnellen an- bzw abstieg, wo man vor vielleicht 15 Minuten war. Hier liegt, im Vergleich, Medtronic vorne. In der Anzeigevielfalt legt der Dex aber nach. Hier hat man die Auswahl zwischen 1-Stunden-, 3-Stunden-, 6-Stunden-, 12-Stunden- und 24-Stunden-Tranddiagramm.

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Bei Medtronic hab ich nur 3-Stunden-, 6-Stunden-, 12-Stunden und 24-Stunden-Tranddiagramm. Kann dort aber durch alle Werte durchscrollen.

Mein Endfazit:

Ich finde beide Systeme sehr hilfreich und wenn ich die Qual der Wahl hätte, wüßte ich nicht, welches System ich bevorzugen würde.
Daher habe ich mir 7 Bereiche rausgepickt, diese maximal 10 Punkte bekommen können.
Die Kategorien sind: Tragekomfort, Messgenauigkeit in der ersten und zweiten Woche, Setzhilfe, Tragedauer, Erstkalibrierung und Folgekalibrierungen, Extras und die Software

KategorienDexcom G4 PlatinumMedtronic Enlite
Tragekomfort:8,5/10 Punkte8/10 Punkte
Messgenauigkeit:9/10 + 7/10 Punkte8/10 + 6/10 Punkte
Setzhilfe:5/10 Punkte10/10 Punkte
Tragedauer:10/10 Punkte8/10 Punkte
Kalibrierung:9/10 + 3/10 Punkte (wegen fehlender Hinweistöne)7/10 + 9/10 Punkte
Extras:7/10 Punkte6/10 Punkte
Software:6/10 Punkte8/10 Punkte
Summe:64,5/90 = 7,2 Punkte70/90 = 7,8 Punkte
Rating: 2.8/5. Von 5 Abstimmungen.
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error: Ah Ah Ah!!! Du hast das Zauberwort nicht gesagt

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